Geschichte

Die Hochebene Palfries (Gemeinde Wartau) ist Teil der Festung Sargans, die ab 1938 und vor allem während des Zweiten Weltkrieges zur Sicherung des Rheintals errichtet wurde. Dieses, ursprünglich nur von Oberschan aus zugängliche Gebiet, wird seit 1941 durch eine Pendelbahn von Ragnatsch (Gemeinde Mels) her erschlossen. Wie viele militärische Seilbahnen der Schweiz, wurde auch diese Bahn von der Firma in Oehler in Aarau hergestellt und diente primär der Kriegsnotversorgung der Reduit Nordfronttruppen (Infanterie).


Die Bahn führt aus dem Seeztal zuerst dem Ragnatscherbach. Anschliessend folgt sie  dann dem Taleinschnitt dieses Bachs zwischen dem Glätti und dem Tschuggawald querend zum Tschuggasäss auf Palfries. Die Streckenlänge von 3045 Meter wird mit Hilfe von neun T-Stützen aus Stahlfachwerk bewältigt.


Die Talstation steht in Ragnatsch in der Ebene des Seeztales neben einem Landwirtschaftsbetrieb. Es handelt sich um einen schlichten braun-grün gefassten Betonbau mit Pultdach. Die Bergstation ist ebenfalls ein Betonbaukörper mit Flachdach, der bergseitig in den Hang hineingebaut ist. Das Tragseil-Spannsystem befindet sich in der Talstation. Während das Spannsystem für das Zugseil in der Bergstation zu finden ist. Das Spanngewicht ist in einem Turm vor der Bergstation untergebracht.


Beim 1980 erfolgten Umbau der Bahn durch die Firma Garaventa erhielt die Bahn zwei neue Laufwerke und Gehänge, die je mit einer 10 plätzigen Kabine der Firma Gangloff bestückt wurden. Gleichzeitig wurden alle Rollenbatterien ausgewechselt und auch die gesamte Antriebsgruppe (Motor, Getriebe und Bremsen) in der Talstation ersetzt. Daneben wurde die elektronische Einrichtung (Steuerung und Fernüberwachung) ausgetauscht.


Trotz dieser Nachrüstung wurde der Betrieb dieser Seilbahn nach der Ausserdienststellung der Festung Palfries 1998 eingestellt. Woraufhin die Genossenschaft Bergbahn Palfries ins Leben gerufen wurde, mit dem Ziel, die Seilbahn für zivile, touristische Zwecke wieder in Betrieb zu nehmen.


Nach diversen Anpassungen und teils auch Änderungen gemäss den Angaben vom IKSS (Interkantonales Konkordat für Seilbahnen und Skilifte) hat die Genossenschaft Seilbahn Palfries am 4. November 2015 die kantonale Bewilligung für den Betrieb erhalten.

Am 28. Mai 2016 erfolgte das Eröffnungsfest und die Seilbahn Palfries konnte den fahrplanmässigen Betrieb für die Öffentlichkeit aufnehmen.